Berlin/Hanau, 31. März 2025 – Im Rahmen der festlichen Preisverleihung in Berlin zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“, der von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband getragen wird, wurden auch Preisträgerinnen und Preisträger aus Bayern geehrt.
Anna Stolz, Staatsministerin für Unterricht und Kultus des Freistaates Bayern: „Herzlichen Glückwunsch an alle Siegerinnen und Sieger des Deutschen Lehrkräftepreises! Es freut mich sehr, dass auch in diesem Jahr wieder bayerische Gewinnerinnen und Gewinner diese besondere Auszeichnung erhalten. Der Deutsche Lehrkräftepreis würdigt die großartige Arbeit, das beeindruckende Engagement und die unermüdliche Einsatzbereitschaft unserer Lehrerinnen und Lehrer. Ich danke allen Lehrkräften, die tagtäglich mit Professionalität und Leidenschaft für beste Bildung in Bayern einstehen und dadurch einen unverzichtbaren Beitrag für die persönliche Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler und damit auch für die gesamte Gesellschaft leisten!“
Zu den insgesamt zehn Preisträgerinnen und Preisträgern in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ gehören Mona Schwabe, Lehrerin u.a. für Deutsch, Mathematik, Englisch, Wirtschaft und Beruf (WiB), Kunst und Geschichte/Politik/Geographie (GPG) an der Mittelschule Schnaittach, und Dr. Michael Stierstorfer, Lehrer für Deutsch und Latein sowie Fachleiter Deutsch am Gymnasium der Benediktiner Schäftlarn.
Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von ihren Schülerinnen und Schülern der letzten beiden Abschlussjahrgänge für die Auszeichnung nominiert. Bei Mona Schwabe hoben diese ihr Verständnis und den Humor, das Engagement und die individuelle Förderung, die lebensnahe Unterrichtsgestaltung und ihre Hilfsbereitschaft hervor.
Zitiert aus der Nominierung:
- „Im Namen der Klasse wollen wir uns speziell bei ihnen bedanken für die letzten drei Jahre, wo sie uns immer motiviert haben, an unsere Träume zu glauben.“
- „Sie haben jeden von uns mit Schwung durch die Schulzeit und besonders durch das Abschlussjahr geboxt. Auch sind Sie nicht nur eine Lehrerin für uns, sondern eine Person, die uns alle bis hierhin gebracht hat.“
- „Sie haben Ihren Unterricht immer lustig und interessant gestaltet, dass jeder zuhören wollte, sieht man jetzt an unseren bombastischen Noten über die Jahre.“
- „Wenn wir Probleme hatten, wussten wir immer, dass wir zu ihnen kommen können und sie sowas wie ein Sorgenfresser sind.“
Bei Dr. Michael Stierstorfer lobten die Schülerinnen und Schüler den kreativen, innovativen und zukunftsorientierten Unterricht, seine Begeisterungsfähigkeit, den umfangreichen Einsatz moderner Medien und Techniken, die Einbindung externer Experten in den Unterricht und sein großes Engagement.
Zitiert aus der Nominierung:
- „Herr Stierstorfer steckt uns dadurch mit Begeisterung und Motivation an, dass er jeden Tag gut gelaunt ist, stets passendes Feedback gibt und sein Enthusiasmus auf uns überspringt, weil er aus jedem von uns das Beste herausholen will.“
- „Herr Stierstorfer ist wirklich Lehrer mit Leib und Seele und einer riesigen Portion lustiger Kreativität, das ist für uns Schüler das non plus ultra. Daher wünschen sich viele Klassen stets ihn als Lehrer.“
- „Im Unterricht von Herrn Stierstorfer kann jeder er selbst sein, weil er den Schülern das Feedback auf Augenhöhe gibt und auch mittlere und schlechtere Schüler durch seine positive und stark optimistische Art mitzieht.“
- „Er ist der kreativköpfige Superlehrer unserer Schule und ein super Charakter!“
In der Kategorie „Unterricht innovativ“ ging der erste Preis an das Team Tina Bergen und Marc Brückner vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth (Tina Bergen unterrichtet jetzt am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg) für ihr Projekt „Einwanderungsland Deutschland?! Historische Migrationsbewegungen und deren Folgen für die aktuelle Bevölkerung sowie die Zukunft der EU“. Das Projekt wurde in den Fächern Geschichte und Wirtschaft/Recht für zwei elfte Klassen unter der Leitung von Tina Bergen (Geschichte) und Marc Brückner (Wirtschaft/Recht) durchgeführt. Ziel war es, historische Migrationsbewegungen und deren Folgen für die aktuelle Bevölkerung sowie die Zukunft der EU zu untersuchen. Über einen Zeitraum von zehn Wochen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen an selbstgewählten historischen Migrationsbewegungen. Zur Wahl standen exemplarisch die Arbeitsmigration in der BRD zwischen 1950-1970, die Einwanderung von Spätaussiedlern um 1985-1995 sowie Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge seit den 1990er Jahren. Das Projekt zeichnet sich durch seinen fächerübergreifenden Ansatz aus, der die Unterrichtsfächer Geschichte und Wirtschaft/Recht thematisch verbindet. Besonders innovativ war die Wahlfreiheit bei den Prüfungsformaten (Zeitzeugeninterview als Podcast, Hörspiel oder Brettspiel) sowie die Integration von kontinuierlichem Feedback. Zudem wurden reale Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler (u.a. Ukrainekrieg, Nahostkonflikt insb. Syrien, Sylt-Skandal) durch den thematischen Bezug zur aktuellen Flüchtlingssituation einbezogen und ein nachhaltiges Lernen gefördert.
Zitiert aus den Gutachten:
- „[…] Die Mischung aus selbstorganisiertem Lernen, Stationenlernen und Transfer kombiniert mit Eigen- und Fremdevaluation ermöglicht den Schülern eine geradezu ganzheitliche Unterrichtserfahrung, ansprechend sind zudem die Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Diagnose des Fortschritts. Der Aufbau des Unterrichts ist gut durchdacht und die kriterienorientierte Darstellung des Unterrichts ist sehr ansprechend.“
- „Die Aktualität des Themas Migration ist riesengroß und somit entspricht dieser Unterricht dem großen Wunsch der Gesellschaft, in den Schulen dieses Thema entsprechend aufzuarbeiten. Dies ist hier gut gelungen. Der Vergleich verschiedener Migrationsperioden trägt dazu sicher zu einem tieferen Verständnis bei.“
Der „Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ wurde in drei Kategorien vergeben: In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ nominieren Schülerinnen und Schüler des laufenden und vorherigen Abschlussjahres aus dem Sekundarbereich ihre besonders engagierten Lehrkräfte, die das verantwortungsvolle Miteinander fördern und deren soziale Kompetenz sie persönlich erlebt haben. Die Kategorie „Unterricht innovativ“ wendet sich an Lehrkräfte im Sekundarbereich an deutschen Schulen, die Unterrichtsmodelle für die Schule der Zukunft konzipieren und mit innovativen Unterrichtsideen arbeiten. In der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ nominieren Kollegien aus allen Schulformen ihre Schulleitung oder auch Schulleitungsteams. Darüber hinaus werden zwei Sonderpreise vergeben: Der Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“, ausgelobt vom Cornelsen Verlag, und der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“, ausgelobt von der PwC-Stiftung. Die Preisgelder in der Gesamthöhe von 60.000 Euro (inkl. Teilnahme an einem jährlichen Exzellenzcamp) sind zweckgebunden und sollen für Projekte im Unterricht verwendet werden.
Die Auswahl der Bewerbungen erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Nach einer intensiven Begutachtungsphase durch Expertinnen und Experten aus Schule und dem Bildungsbereich entschied über die Preisträgerinnen und Preisträger aller Kategorien der Wettbewerbsrunde 2024 eine prominent besetzte Jury unter der Leitung von Prof. Dr. David-S. Di Fuccia (Universität Kassel): Thorsten Altenburg-Hack, Landesschulrat und Leiter des Amtes für Bildung der Schulbehörde Hamburg; Jürgen Böhm, Staatssekretär für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt; Florence Brokowski-Shekete, Fachbereichsleiterin Sekundarstufe 1 am Staatlichen Schulamt Mannheim und Mitglied des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd; Florian Fabricius, ehem. Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Prof. Dr. Kathrin Fussangel; Professorin für Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, Institut für Bildungsforschung (IfB); Christine Hauck, Geschäftsführerin Didaktik & Content des Cornelsen Verlags; Bettina Jorzik, Programmleiterin für Hochschullehre, Lehrkräftebildung und Diversität des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V.; Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Sachbuchautor, Sprachwissenschaftler, Honorarprofessor an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft; Amy Kirchhoff, Vorsitzende des LandesSchülerRates Sachsen; Prof. Dr. Dr. h.c. Eckhard Klieme, Research Fellow am DIPF, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Frankfurt/Main, Goethe Universität Frankfurt; Dr. Sven Mohr, Bundesvorsitzender des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB) und Schulleiter des Regionalen Berufsbildungszentrums Flensburg; Kerstin Ines Müller, Schulleiterin des Gymnasiums Dresden-Pieschen und Vorstand der Vereinigung der Gymnasialdirektoren Sachsen e.V. (VGS); Andrej Priboschek, Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus, Herausgeber von News4teachers; Julia Röhrich, Programmleitung Lernen & Partizipation der Schöpflin Stiftung; Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung; Sylvia Ruppel, Leiterin des Staatlichen Schulamts Hanau a.D.; Martin Spiewak, Mitglied der Redaktion Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT. Darüber hinaus vertreten Martin Fugmann, Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung, sowie Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, die Träger des Wettbewerbs.
Die Träger des Wettbewerbs, die Heraeus Bildungsstiftung und der Deutsche Philologenverband, wollen mit der Auszeichnung die Leistungen von Lehrkräften, Lehrkräfte-Teams sowie Schulleitungen würdigen und in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Die Schirmherrin der Wettbewerbsrunde 2024 war Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes und Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2024; Förderpartner waren der Cornelsen Verlag, die PwC-Stiftung und die Schöpflin Stiftung.
Hinweis für die Redaktionen: Ausführliche Informationen und druckfähige Fotos der Preisträgerinnen und Preisträger stehen zum kostenfreien Download in der digitalen Pressemappe auf https://lehrkraeftepreis.de/preistraegerinnen/ zur Verfügung.
Für Rückfragen:
Heraeus Bildungsstiftung, Thorsten Timmerarens, Tel. 0176/17842957
Deutscher Philologenverband, Victoria Hildebrand, Tel. 0179/4249358
E-Mail: presse@lehrkraeftepreis.de
Der Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ wird seit 2020 von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband (DPhV) gemeinsam getragen und durchgeführt. Der Preis geht auf eine Initiative des DPhV und der Vodafone Stiftung Deutschland aus dem Jahr 2008 zurück. Durch diese wurden der Preis „Unterricht innovativ“ (DPhV, Bundesverband der Deutschen Industrie und Stiftung Industrieforschung) mit dem Preis „Pisagoras – Deutscher Lehrerpreis“ (Initiatorin Prof. Susanne Porsche) zum Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ verknüpft. Dieser wurde im Februar 2022 in „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ umbenannt.
Die Heraeus Bildungsstiftung setzt sich für Schulen ein, die das Lernen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulaufsichten versteht sie als Agentinnen und Agenten des Wandels – Menschen, die mit Mut und Weitblick eine Schulkultur formen, die auf das Lernen in Selbstverantwortung, eine positive Feedback- und Fehlerkultur, Partizipation, Kollaboration und Kompetenzorientierung abzielt. Um diese Persönlichkeiten zu stärken, bietet ihnen die Heraeus Bildungsstiftung bedarfsorientierte Seminare, Workshops und Netzwerkveranstaltungen zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Transformation an. Die Heraeus Bildungsstiftung fördert den Gedankenaustausch zwischen Schule, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Gemeinsam mit anderen Stiftungen und Initiativen setzt sie Impulse und zeichnet herausragende Ideen und Menschen im Schulsystem aus. Seit 2020 ist sie Mitveranstalterin des Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ. 2025 feiert die Heraeus Bildungsstiftung ihr 60-jähriges Jubiläum. www.heraeus-bildungsstiftung.de
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) ist die Dachorganisation der Philologenverbände der Bundesländer. Die Mitglieder sind Lehrkräfte an Gymnasien und anderen Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen, sowie Lehrbeauftragte an den Hochschulen, vornehmlich in der Lehrkräftebildung. Der Verband wurde 1903 in Halle gegründet und organisiert zurzeit 90.000 Einzelmitglieder in 15 Landesverbänden. Er unterstützt die Zusammenarbeit mit Lehrkräfteverbänden im In- und Ausland und ist Mitglied im dbb beamtenbund und tarifunion und im Deutschen Lehrerverband (DL). Verbandsziele sind die Mitarbeit an der Entwicklung des Bildungswesens auf der Grundlage einer sachgerechten Bildungspolitik, den Erhalt des Gymnasiums als einheitliche Schulart und durchgängiger Bildungsgang in einem mehrgliedrigen Schulwesen in allen Bundesländern sowie die Förderung und Weiterentwicklung des Gymnasiums und anderer Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen. Dabei ist es eine zentrale Aufgabe, die große Bedeutung gymnasialer Bildung für die hohe Qualität des deutschen Schul- und Bildungswesens auch in der Öffentlichkeit deutlich zu machen. www.dphv.de