Berlin/Hanau, 31. März 2025 – Im Rahmen der festlichen Preisverleihung in Berlin zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“, der von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband getragen wird, wurden auch Preisträgerinnen und Preisträger aus Hessen geehrt.
Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen des Landes Hessen: „Als ehemaliger Lehrer weiß ich aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd, aber auch wie erfüllend dieser Beruf ist. Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten jeden Tag Großartiges, um junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Die Auszeichnungen zeigen, dass in Hessen hervorragende pädagogische Arbeit geleistet wird. Ich danke den Lehrkräften herzlich für ihr Engagement und hoffe, dass noch viele Kinder und Jugendliche von ihren Ideen profitieren werden.“
Zu den insgesamt zehn Preisträgerinnen und Preisträgern in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ gehören Jasmin Khader, Lehrerin für u.a. Englisch, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Französisch und Ethik/Philosophie an der Liebigschule Frankfurt a.M., Melanie Müller-Schlaudt, Lehrerin für Deutsch, Politik und Wirtschaft an der Tilemannschule Limburg und Monika Katharina Ried-Broschwitz, Lehrerin für Deutsch, Gesellschaftslehre und Ethik an der Helene-Lange-Schule Wiesbaden.
Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von ihren Schülerinnen und Schülern der letzten beiden Abschlussjahrgänge für die Auszeichnung nominiert. Bei Jasmin Khader hoben diese ihre Motivation und Inspiration, die Überzeugungskraft, den kreativen und spannenden Unterricht, die Förderung der Schülerinnen und Schüler, ihr großes Engagement und die individuelle Betreuung hervor. Sie lebe die Werte, die sie vermittele.
Zitiert aus der Nominierung:
- „In meiner gesamten Schulzeit gab es niemanden, der mich so inspiriert und motiviert hat wie meine Ethiklehrerin, Frau Khader.“
- „Sie verkörpert die Werte, die sie uns vermittelt, und unterrichtet mit einer spürbaren Leidenschaft.“
- „Frau Khader hat uns nicht nur Ethik als Fach nähergebracht, sondern uns auch zu besseren Menschen gemacht. Sie lehrte uns Offenheit, Toleranz und den Mut, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen.“
- „Frau Khader verkörpert alles, was eine Lehrerin ausmachen sollte: Sie ist fachlich kompetent, menschlich herausragend und besitzt eine außergewöhnliche Fähigkeit, die Schüler*innen zu motivieren und mitzureißen.“
Bei Melanie Müller-Schlaudt lobten die Schülerinnen und Schüler ihre Empathie, die kreative und interessante Unterrichtsgestaltung, das Eingehen auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, ihr klares Wertegerüst, die Begeisterungsfähigkeit und das tiefe Interesse an den Schülerinnen und Schülern.
Zitiert aus der Nominierung:
- „Eigentlich hatte ich den Glauben daran verloren, dass Schule toll und Lehrer und Lehrerinnen wertvoll sein können. Frau Müller-Schlaudt hat mir mit ihrer Art diesen Glauben zurückgegeben.“
- „Von Anfang an hat sie uns auf unserem Weg begleitet, hat uns gefördert und uns beim Erwachsenwerden unterstützt. Als Lehrerin war sie nicht nur offen, herzlich und liebevoll im Umgang mit uns, sondern viel mehr wie ein Kompass, der uns eine Richtung gegeben hat.“
- „Wenn ich eins über Frau Müller-Schlaudt sagen kann, dann dass sie eine außergewöhnliche Lehrerin ist. Aber was genau macht eine gute Lehrerin zu einer außergewöhnlichen Lehrerin? Eine außergewöhnliche Lehrerin sorgt dafür, dass sich jeder willkommen fühlt.“
- „Sie sind eine Verbündete im Schulalltag und eine Vertrauensperson.“
Als besondere Eigenschaften hoben ihre Schülerinnen und Schüler bei Monika Katharina Ried-Broschwitz ihren Respekt und das Verständnis, den kreativen Unterricht, ihre Zugewandtheit, die individuelle Förderung, das Engagement und ihre Haltung sowie die aktive Unterstützung hervor.
Zitiert aus der Nominierung:
- „Frau Ried war eine Lehrerin, die sich weit über das übliche Maß hinaus für uns engagierte. Sie begleitete uns nicht nur fachlich, sondern auch menschlich auf unserem Weg und machte unseren Schulalltag zu einer bereichernden Erfahrung.“
- „Frau Ried vermittelte uns wichtige Werte und half uns, eigene Meinungen zu entwickeln und zu vertreten. Sie förderte eine faire und respektvolle Klassengemeinschaft, in der Konflikte auf Augenhöhe gelöst wurden.“
- „So eine Lehrerin hat man höchstens ein einziges Mal.“
- „Für uns ist Frau Ried nicht einfach eine Lehrperson, genauso wenig wie wir nie einfach nur ihre Schülerinnen und Schüler waren. Wir wurden nicht nur nicht fallengelassen, sondern in unserer fünfjährigen Schulzeit an der Helene-Lange-Schule von einem Netz getragen, an dessen Tragfähigkeit Frau Ried ab der ersten Stunde zusammen mit uns zusammengearbeitet hat.“
In der Kategorie „Unterricht innovativ“ ging der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“ der PwC-Stiftung an Bettina Mähler und Ekaterina Leo vom Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen für ihr Projekt „Philipp Reis – Kommunikation früher, heute, morgen in Wort, Ton und Bild“. Anlass für dieses Unterrichtsprojekt war der 150. Todestag von Philipp Reis, dem Miterfinder des Telefons, mit dem Ziel, das Thema Kommunikation aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten – historisch, gegenwärtig und zukunftsorientiert. Das fächerübergreifende und multimediale Projekt verknüpfte die Fächer Deutsch, Kunst und Medienbildung, förderte kreative Ausdrucksformen und schuf eine Brücke zwischen historischen und modernen Kommunikationsmitteln. Beteiligt waren zwei externe, (über)regionale Kooperationspartner, das Museum Gelnhausen und der Hessische Rundfunk (hr2). Das Besondere war die Verbindung von verschiedenen Fachrichtungen, externen Partnern und kreativen Ausdrucksformen. Durch die Kombination von Sprache, Ton und Bild entstand eine multimediale Auseinandersetzung mit Kommunikation, die weit über herkömmlichen Unterricht hinausging. Für die beteiligten Abiturientinnen und Abiturienten war das gesamte Projekt zudem Teil der künstlerisch-praktischen Prüfung. Besonders motivierend war für viele Schülerinnen und Schüler die abschließende Ausstellung mit Vernissage. Die Möglichkeit, die eigenen Produkte in einem professionellen Rahmen zu präsentieren, war eine neue Erfahrung und führte zu einem starken Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Zitiert aus den Gutachten:
- „Das herausragende, jahrgangs- und fächerübergreifende Unterrichtsprojekt nutzt bestehende außerschulische Kooperationspartner und beleuchtet das Thema ‚Kommunikation‘ unter diversen Perspektiven. […].“
- „Bei diesem Projekt sind alle beschriebenen Kriterien des Wettbewerbs in hohem Maße erfüllt. Die Einbindung der Bibliothek als außerschulischem Lernort und die Mitwirkung außerschulischer Mitstreiter, sowie das Aufbrechen von Fachschubladen und Jahrgangsdenken sind für alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sehr motivierend. Besonders gelungen ist in meinen Augen die Zusammenarbeit mit der Stadt, die den Schülerinnen und Schülern die Stadtgeschichte dadurch näherbringt und wertvolles Heimatwissen impliziert […].“
Der „Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ wurde in drei Kategorien vergeben: In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ nominieren Schülerinnen und Schüler des laufenden und vorherigen Abschlussjahres aus dem Sekundarbereich ihre besonders engagierten Lehrkräfte, die das verantwortungsvolle Miteinander fördern und deren soziale Kompetenz sie persönlich erlebt haben. Die Kategorie „Unterricht innovativ“ wendet sich an Lehrkräfte im Sekundarbereich an deutschen Schulen, die Unterrichtsmodelle für die Schule der Zukunft konzipieren und mit innovativen Unterrichtsideen arbeiten. In der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ nominieren Kollegien aus allen Schulformen ihre Schulleitung oder auch Schulleitungsteams. Darüber hinaus werden zwei Sonderpreise vergeben: Der Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“, ausgelobt vom Cornelsen Verlag, und der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“, ausgelobt von der PwC-Stiftung. Die Preisgelder in der Gesamthöhe von 60.000 Euro (inkl. Teilnahme an einem jährlichen Exzellenzcamp) sind zweckgebunden und sollen für Projekte im Unterricht verwendet werden.
Die Auswahl der Bewerbungen erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Nach einer intensiven Begutachtungsphase durch Expertinnen und Experten aus Schule und dem Bildungsbereich entschied über die Preisträgerinnen und Preisträger aller Kategorien der Wettbewerbsrunde 2024 eine prominent besetzte Jury unter der Leitung von Prof. Dr. David-S. Di Fuccia (Universität Kassel): Thorsten Altenburg-Hack, Landesschulrat und Leiter des Amtes für Bildung der Schulbehörde Hamburg; Jürgen Böhm, Staatssekretär für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt; Florence Brokowski-Shekete, Fachbereichsleiterin Sekundarstufe 1 am Staatlichen Schulamt Mannheim und Mitglied des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd; Florian Fabricius, ehem. Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Prof. Dr. Kathrin Fussangel; Professorin für Empirische Schulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, Institut für Bildungsforschung (IfB); Christine Hauck, Geschäftsführerin Didaktik & Content des Cornelsen Verlags; Bettina Jorzik, Programmleiterin für Hochschullehre, Lehrkräftebildung und Diversität des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V.; Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Sachbuchautor, Sprachwissenschaftler, Honorarprofessor an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft; Amy Kirchhoff, Vorsitzende des LandesSchülerRates Sachsen; Prof. Dr. Dr. h.c. Eckhard Klieme, Research Fellow am DIPF, Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Frankfurt/Main, Goethe Universität Frankfurt; Dr. Sven Mohr, Bundesvorsitzender des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB) und Schulleiter des Regionalen Berufsbildungszentrums Flensburg; Kerstin Ines Müller, Schulleiterin des Gymnasiums Dresden-Pieschen und Vorstand der Vereinigung der Gymnasialdirektoren Sachsen e.V. (VGS); Andrej Priboschek, Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus, Herausgeber von News4teachers; Julia Röhrich, Programmleitung Lernen & Partizipation der Schöpflin Stiftung; Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung; Sylvia Ruppel, Leiterin des Staatlichen Schulamts Hanau a.D.; Martin Spiewak, Mitglied der Redaktion Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT. Darüber hinaus vertreten Martin Fugmann, Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung, sowie Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, die Träger des Wettbewerbs.
Die Träger des Wettbewerbs, die Heraeus Bildungsstiftung und der Deutsche Philologenverband, wollen mit der Auszeichnung die Leistungen von Lehrkräften, Lehrkräfte-Teams sowie Schulleitungen würdigen und in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Die Schirmherrin der Wettbewerbsrunde 2024 war Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes und Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2024; Förderpartner waren der Cornelsen Verlag, die PwC-Stiftung und die Schöpflin Stiftung.
Hinweis für die Redaktionen: Ausführliche Informationen und druckfähige Fotos der Preisträgerinnen und Preisträger stehen zum kostenfreien Download in der digitalen Pressemappe auf https://lehrkraeftepreis.de/preistraegerinnen/ zur Verfügung.
Für Rückfragen:
Heraeus Bildungsstiftung, Thorsten Timmerarens, Tel. 0176/17842957
Deutscher Philologenverband, Victoria Hildebrand, Tel. 0179/4249358
E-Mail: presse@lehrkraeftepreis.de
Der Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ wird seit 2020 von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband (DPhV) gemeinsam getragen und durchgeführt. Der Preis geht auf eine Initiative des DPhV und der Vodafone Stiftung Deutschland aus dem Jahr 2008 zurück. Durch diese wurden der Preis „Unterricht innovativ“ (DPhV, Bundesverband der Deutschen Industrie und Stiftung Industrieforschung) mit dem Preis „Pisagoras – Deutscher Lehrerpreis“ (Initiatorin Prof. Susanne Porsche) zum Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ verknüpft. Dieser wurde im Februar 2022 in „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ umbenannt.
Die Heraeus Bildungsstiftung setzt sich für Schulen ein, die das Lernen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulaufsichten versteht sie als Agentinnen und Agenten des Wandels – Menschen, die mit Mut und Weitblick eine Schulkultur formen, die auf das Lernen in Selbstverantwortung, eine positive Feedback- und Fehlerkultur, Partizipation, Kollaboration und Kompetenzorientierung abzielt. Um diese Persönlichkeiten zu stärken, bietet ihnen die Heraeus Bildungsstiftung bedarfsorientierte Seminare, Workshops und Netzwerkveranstaltungen zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Transformation an. Die Heraeus Bildungsstiftung fördert den Gedankenaustausch zwischen Schule, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Gemeinsam mit anderen Stiftungen und Initiativen setzt sie Impulse und zeichnet herausragende Ideen und Menschen im Schulsystem aus. Seit 2020 ist sie Mitveranstalterin des Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ. 2025 feiert die Heraeus Bildungsstiftung ihr 60-jähriges Jubiläum. www.heraeus-bildungsstiftung.de
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) ist die Dachorganisation der Philologenverbände der Bundesländer. Die Mitglieder sind Lehrkräfte an Gymnasien und anderen Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen, sowie Lehrbeauftragte an den Hochschulen, vornehmlich in der Lehrkräftebildung. Der Verband wurde 1903 in Halle gegründet und organisiert zurzeit 90.000 Einzelmitglieder in 15 Landesverbänden. Er unterstützt die Zusammenarbeit mit Lehrkräfteverbänden im In- und Ausland und ist Mitglied im dbb beamtenbund und tarifunion und im Deutschen Lehrerverband (DL). Verbandsziele sind die Mitarbeit an der Entwicklung des Bildungswesens auf der Grundlage einer sachgerechten Bildungspolitik, den Erhalt des Gymnasiums als einheitliche Schulart und durchgängiger Bildungsgang in einem mehrgliedrigen Schulwesen in allen Bundesländern sowie die Förderung und Weiterentwicklung des Gymnasiums und anderer Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen. Dabei ist es eine zentrale Aufgabe, die große Bedeutung gymnasialer Bildung für die hohe Qualität des deutschen Schul- und Bildungswesens auch in der Öffentlichkeit deutlich zu machen. www.dphv.de