Projektbeschreibung
Künstliche Intelligenz (KI) ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung und hält in immer mehr Branchen Einzug – so auch in der Schule. Das Unterrichtsprojekt „Ist das Kunst oder kann das KI?“ verfolgt einen innovativen und praxisnahen Ansatz zur Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der KI. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) arbeiteten unter Leitung von Robert Koegler über mehrere Etappen an einem umfangreichen Projekt, das ihnen einen kritischen und praxisnahen Umgang mit KI-Technologien ermöglicht.
Zunächst erfolgte im ersten Halbjahr eine grundlegende Einführung in KI-Tools wie Textgenerierung, Sprachsynthese und Bilderzeugung. In dieser Phase konnten die SuS erste Erfahrungen sammeln, um sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der KI vertraut zu machen. Im zweiten Halbjahr startete dann das eigentliche Projekt: In Gruppen von zwei bis sechs Personen erstellten die SuS virtuelle 360°-Rundgänge oder Videobeiträge, die verschiedene Aspekte der Künstlichen Intelligenz beleuchteten. Dabei sollten alle erlernten KI-Werkzeuge kreativ eingesetzt werden, um informative und interaktive Inhalte zum Thema KI zu gestalten.
Begleitend wurden Praxisexperten aus der lokalen IT-Branche als Zweitlehrer eingebunden, diese gaben wertvolle Einblicke in den professionellen Umgang mit KI sowie Tipps zu Projektmanagement und Teamarbeit. Zudem wurde das Projekt mit dem Bundeswettbewerb „myDigitalWorld“ verknüpft, um eine zusätzliche Motivation durch externe Anerkennung zu schaffen.
Während der Umsetzung durchliefen die SuS verschiedene Projektphasen: Ideenfindung, Recherche, Konzeption, technische Umsetzung und abschließende Präsentation. Regelmäßige Reflexionsphasen und Zwischenpräsentationen ermöglichten eine kontinuierliche Verbesserung durch Feedback zurHerangehensweise, Methodik und Zusammenarbeit. Datenschutz- und Jugendschutzkonformität der verwendeten kostenfreien KI-Anwendungen wurden dabei stets von der Lehrkraft sichergestellt.


Das Besondere
Die Innovation dieses Unterrichtsprojekts liegt in der einzigartigen Verbindung von Künstlicher Intelligenz und kreativer Gestaltung. Die SuS arbeiteten nicht nur theoretisch mit KI, sondern setzten sie aktiv zur Erstellung eigener Inhalte ein. Diese praxisorientierte Herangehensweise förderte nicht nur fachliche, technische Fähigkeiten, sondern auch die Kreativität, Problemlösungs- und Reflexionskompetenz. Die Einbindung verschiedener KI-Technologien (Text-, Bild- und Sprachgenerierung) und der Einsatz moderner Tools wie H5P oder Pano2VR für die 360°-Rundgänge ermöglichten eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem
Thema.
Ein weiteres herausragendes Element war die Teamarbeit: Die SuS organisierten sich selbstständig in Gruppen, verteilten Aufgaben und arbeiteten gemeinsam an einer kreativen Lösung. Diese methodische Herangehensweise förderte überfachliche Kompetenzen wie Selbstorganisation, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Durch die Unterstützung der Software-Entwickler erwarben die SuS Kenntnisse zur beruflichen Anwendung von KI-Technologien sowie zu agilem Arbeiten als Teil der modernen, digitalisierten Arbeitswelt.
Zudem wurde das Projekt durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb „myDigitalWorld“ mit einer praxisnahen Herausforderung verknüpft. Dies steigerte die Motivation der SuS und gab ihnen die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer Expertenjury zu präsentieren. Es wird deutlich, dass dieser Informatikunterricht über die klassische Wissensvermittlung hinaus geht, indem er durch praxisnahe Projekte, innovative Lehrmethoden und Kooperationen mit Experten aus der Wirtschaft die SuS auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorbereitet und sie zur aktiven Gestaltung ihrer digitalen Zukunft befähigt.
Erfahrungen und Ergebnisse
Das Unterrichtsprojekt brachte beeindruckende Ergebnisse hervor. Die SuS zeigten eine hohe Motivation und Begeisterung, da sie eigene Ideen einbringen und kreative Lösungen entwickeln konnten. Besonders schätzten sie die praxisnahe Anwendung von KI-Tools und die Möglichkeit, interaktive, visuell ansprechende Inhalte zu gestalten.

Während des Projekts entwickelten die SuS zentrale Zukunftskompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Medienkompetenz, vernetztes und vor allem kritisches Denken. Die Reflexionsphasen halfen ihnen, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und deren Qualität mit eigenen manuellen/analogen Leistungen zu vergleichen. Durch den spür- und messbaren Fortschritt der Schülerprodukte erlebten sie (Wettbewerbs-)Erfolge und Selbstwirksamkeit.
Langfristig wird das im Projekt erworbene Wissen über KI-Anwendungen den SuS auch in anderen Fächern sowie im späteren Berufs- und Privatleben von Nutzen sein. Die nachhaltige Vermittlung digitaler Kompetenzen bereitet die SuS gezielt auf eine von KI geprägte Zukunft vor und stärkt ihre Fähigkeit, sich in einer zunehmend digitalisierten Welt sicher und kompetent zu bewegen und die disruptiven Potenziale der KI verantwortungsvoll und ethisch reflektiert nutzen zu können.
Aus den Gutachten
„Das Projekt […] ist ein bemerkenswert innovatives Beispiel für praxisnahe KI-Bildung im Unterricht. […] Besonders überzeugend ist die starke Verankerung des Projekts in den Rahmenvorgaben sowie die nachhaltige Ausrichtung auf die Förderung digitaler und sozialer Kompetenzen, die in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt von zentraler Bedeutung sind.“
„[…] Außerdem ist die kritische sowie ethisch vertretbare Auseinandersetzung mit KI-Tools von höchster Relevanz für die künftigen Herausforderungen des digitalen Zeitalters. […] Durch die öffentliche Auszeichnung und Präsentation des Projekts kann dieses als Best-Practice-Beispiel dienen und andere Schulen zur Übernahme ähnlicher, innovativer Unterrichtskonzepte inspirieren.“